Das „Schwarze Kreuz“ und das Haberfeldtreiber-Denkmal
(von Barbara Regul & Ursula Rosche)

Mitten im Zeller Wald steht an einem Seitenweg des Pilgerpfades ein großes, schlichtes Kreuz. Die Überlieferung erzählt:

Einst tobte ein verheerender Brand im Wald, der an dieser Stelle zum Stillstand kam. Man markierte diesen Ort mit einem Kreuz, das an einem Querbalken angesengt wurde. Daher leitet sich der Name „Schwarzes Kreuz“ ab.

Das „Schwarze Kreuz“ spielte später eine wichtige Rolle als Treffpunkt der Haberer. Der Geheimbund der Haberer entstand um 1700, als im spanischen Erbfolgekrieg das bayerische Volk schrecklich unter den kaiserlich-österreichischen Besatzern zu leiden hatte. Die feindlichen Söldner traten Recht und Gesetz mit Füßen, sodass das unterdrückte Volk selbst Recht sprach indem es die Übeltäter in den Haberfeldtreiben anprangerte mit Anklage, Schmäh- und Spottversen und Strafgericht mit infernalischem Lärm. Um nicht erkannt zu werden vermummten sich die Haberer schwarz und färbten auch das Gesicht mit Ruß. In ihren Reihen herrschten unverbrüchliche Treue und Verschwiegenheit. Zum letzten Haberfeldtreiben trafen sich die Haberer am 30./31. Oktober 1886 hier am schwarzen Kreuz. Danach wurde die Organisation verboten.

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„Schwarzes Kreuz“ Haberfeldtreiber-Denkmal
(Fotos: Ursula Rosche)
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