Jakobswege auf dem Gemeindegebiet von Dietramszell
(von Ursula Rosche)

 

Der Legende nach soll der Hl. Jakobus d.Ä., einer der 12 Apostel Jesu, im Nordwesten Spaniens beerdigt worden sein. Das Grab geriet lange in Vergessenheit bis man Anfang des 9. Jahrhunderts durch seltsame Lichterscheinungen über einem Feld wieder auf das Grab aufmerksam wurde. Das Grab des Apostels entwickelte sich im Mittelalter zu einem der drei wichtigsten, christlichen Pilgerziele – neben Rom und Jerusalem. Über dem Grab erhebt sich heute die herrliche Kathedrale von Santiago de Compostela.

Von unzähligen, noch so weit entfernten Orten strebten die Pilger zum Grabe des Hl. Jakobus. Auf diese Weise entstanden die Jakobswege, die sich seitdem sternförmig quer durch ganz Europa ziehen. Denn dort, wo sich ein Mensch aufmacht, um nach Santiago de Compostela zu ziehen, dort beginnt sein Jakobs­weg. Im Mittelalter starteten die Pilger selbst­verständlich von zu Hause aus. Sie zogen zu Fuß auf den uralten, noch immer instand gehaltenen Römer­strassen oder auf Handelswegen, wie beispiels­weise den Salzstrassen, nach Südwesten. Oft wanderten sie von Kloster zu Kloster, die Schutz für die Nacht und Nahrung für Körper und Seele boten. Viele dieser Wege werden nun zunehmend als Jakobs­weg markiert, auf denen auch heutzutage Jakobspilger bis nach Santiago de Compostela ziehen. Einer dieser Jakobs­wege ist der „Südostbayerischen Jakobs­weg“, der von Salzburg kommend über Weyarn (Jakobus Burgkapelle), Piesenkam (Kirche St. Jakobus) und Kloster Reutberg nach Dietrams­zell (Kloster) führt und weiter über Beuerberg (Kloster), Seeshaupt, Seeseiten (Kapelle St. Jakobus), Bernried (Kloster) und Polling (Kloster) bis zum Hohenpeißenberg (Marienwallfahrt) verläuft. Von dort zieht der Pilger auf dem „Münchner Jakobsweg“ bis zum Bodensee und dann immer weiter nach Südwesten, bis er nach Tausenden von Kilometern sein Ziel in Santiago de Compostela erreicht. Von Dietramszell bis nach Santiago de Compostela sind es etwa 2.800 km.

Während auf dem am bekanntesten und am meisten begangenen Jakobsweg in Nordspanien (zwischen den Pyrenäen und Santiago de Compostela) jeden Tag sehr viele Pilger anzutreffen sind, sind auf den zahlreichen, verschiedenen Jakobswegen quer durch Deutschland nur äußerst wenige Pilger unterwegs.

Zu erkennen ist ein Jakobspilger normalerweise an einer Jakobsmuschel: 

Muschel1

Wegverlauf auf dem Gemeindegebiet:

Fußpilger gehen:

Kloster Reutberg – durch den Wald nach Maria Elend und weiter zum Kloster Dietramszell – Friedhof Kreuzbichl – durch den Wald nach Thankirchen (hier gibt es eine Pilgerherberge!) – Manhartshofen – Stockach – an Rampertshofen vorbei hinunter zur Tattenkofener Brücke

Radpilger fahren:

Kloster Reutberg – auf der Strasse nach Pelletsmühl – durch den Wald zum Kloster Dietramszell – auf der Strasse nach Thankirchen (hier gibt es eine Pilgerherberge!) – Manhartshofen – Stockach – an Rampertshofen vorbei hinunter zur Tattenkofener Brücke

Von Thankirchen bis zur Tattenkofener Brücke nehmen Fußpilger und Radpilger somit denselben Weg.

Wegmarkierung:

Soweit möglich wird der Jakobsweg mit einer stilisierten gelben Muschel auf blauem Hintergrund markiert, die zugleich die Richtung angibt, in der man weitergehen soll:

Muschel-rechts Muschel-gerade Muschel-links
rechts geradeaus links

 

Hier finden Sie diesen Text als PDF zum ausdrucken und eine ausführliche Wegbeschreibung zum Herunterladen.

 

 

Wenn Sie ein GPS Gerät besitzen, das .gpx Dateien einlesen und anzeigen kann, dann können Sie sich den Jakobsweg durch Dietramszell mit einigen Wegmarken hier herunterladen (rechte Maustaste - Ziel speichern unter...). Vielen Dank an Michael Weinert, der uns den GPS-Track zur Verfügung gestellt hat.

Den Verlauf des Jakobswegs auf dem Gemeindegebiet können Sie sich aber auch auf der Landkarte ansehen.
(Klicken Sie auf die Landkarte um
sie größer zu sehen):

 

snipimage sLandkarte des Jakobsweges in Dietramszell

PilgerherbergePilgerherberger bei Thankrichen            (Foto: Ursula Rosche)

(klicken Sie auf die Überschriften, um die Artikel zu lesen)

17.09.2014 Süddeutsche Zeitung
140917-Süddeutsche-1-h

27.09.2014 Isar-Loisachbote
140927-Isar-Loisachbote-1-h