Wallfahrtskirche Maria Elend
(von Barbara Regul & Ursula Rosche)

In stiller Abgeschiedenheit, am Fußpfad von Reutberg kommend, liegt inmitten einer Lichtung des Zeller Waldes eine wunderschöne Wallfahrtsgnadenstätte: Maria im Elend.

Die Form des Oktogon bildet im Innenraum ein großes Rund, hell und lichtdurchflutet vereint es die Gläubigen im Gebet. Der Rokoko-Altar zeigt das Gnadenbild in einer Grotten-ähnlichen Höhlung: Links der gegeißelte Heiland in der Rast, durch die Geißelsäule getrennt von dem Bildnis der schmerzhaften Mutter Maria. Kernstück der Gnadenstätte ist das Deckenfresko von Johann Sebastian Troger:

Aus allen Himmelsrichtungen wallfahren Bürger und Bauern, Arme und Reiche, Kranke und Gesunde, Hilfe suchend zur Gnadenstätte. Ein Engel trägt ihre Sorgen und Leiden in Form einer schwarzen Rauchwolke empor zum Gnadenbild des gegeißelten Heilands und der Gottesmutter. Blickt der Besucher zum Ausgang hin wird er entdecken, dass die Wallfahrer nicht geheilt heimwärts ziehen, aber getröstet und froh in der Kraft des Glaubens. Symbol dafür ist die Rauchwolke, die nun weiß aufsteigt – das Leid ist verklärt und hat seinen Stachel verloren.

Die große Zahl der Votivbilder gibt Zeugnis von der Bedeutung dieser Wallfahrt, die bis zur Säkularisation durch das nahe gelegene Augustiner-Chorherrenstift betrieben wurde, aber auch bis heute noch weiter besteht.

5 Maria Elend 001-s 6 Maria Elend 017-s 7  Maria Elend 43-s
Gebetszettel Außenansicht Deckenfresko                                   (Fotos: Barbara Regul)
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