Die „Grüne Marter“ im Zeller Wald
(von Barbara Regul & Ursula Rosche)

Nahe bei dem unheimlichen, unergründlichen Schwarzensee steht im Zeller Wald die „Grüne Marter“

Dort soll sich der Sage nach zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges 1632 ein schreckliches Verbrechen ereignet haben. Die Schweden waren nach Dietramszell vorgedrungen. Sie raubten, plünderten und brandschatzten. Ein Pater des Augustiner-Chorherrenstiftes war vor den Schweden in den Wald geflüchtet und hatte sich dort versteckt. Er wurde aber von den feindlichen Soldaten entdeckt und grausam zu Tode gemartert, denn er wollte nicht preisgeben, wo sich der Klosterschatz befand.

Die „Grüne Marter“ ist eine hölzerne Gedenksäule mit drei Bildtafeln am oberen Ende, die von einem Blechdach geschützt werden. Eine alte Dietramszeller Ansicht (vor dem Brand von 1636) und ein Bild des Hl. Hubertus, des Schutzheiligen der Jäger, sind darauf zu sehen. Wie es heißt, schimmerte die Säule grünlich, daher der Name. Im Jahre 1950 wurde der Bildstock erneuert.

Eine weniger blutrünstige Version besagt, dass die „Grüne Marter“ einen Markierungspunkt darstellt an einem wichtigen Verbindungsweg von Tegernsee über Reutberg nach Dietramszell. Man kann sie auch als Grenzmarkierung zwischen dem Kloster Reutberg und dem Augustinerchorherrenstift Dietramszell betrachten.

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„Grüne Marter“ Bildtafel
(Fotos: Ursula Rosche)
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