Kloster mit Stiftskirche
(von Barbara Regul & Ursula Rosche)

Wir stehen nun vor dem früheren Augustiner-Chorherrenstift Dietramszell mit der Stiftskirche.

Durch den Torbogen gelangen wir in den beschaulichen Klosterinnenhof, der zum Ausruhen einlädt. Dies ist ein guter Ort, um einen Blick in die Geschichte dieses Klosters zu werfen. 1098 ließen sich drei gottesfürchtige Männer am Zeller Bach nieder und gründeten ein kleines Kloster, das später nach dem ersten Propst Dietramszell benannt wurde. Dieses Augustiner-Chorherrenstift wurde in den folgenden Jahrhunderten geistiger und wirtschaftlicher Mittelpunkt der Dietramszeller Hofmark. Im 18. Jahrhundert erlebte das Stift eine geistige und kulturelle Hochblüte, die uns eine der schönsten Kirchen Oberbayerns bescherte. Johann Baptist Zimmermann, Bildhauer Franz Xaver Schmädl und Philipp Jakob Rämpl schufen hier ein bedeutendes Werk des Barock.

Die Säkularisation setzte dem Augustiner-Chorherrenstift ein jähes Ende. Ein Teil des Stiftes wurde als Frauenkloster belassen. Die Salesianerinnen zogen 1830 ein und sind bis heute Besitzer des Klostergebäudes.

Die andere Hälfte des Stiftes erwarb Baron von Schilcher, der mit seinen Nachkommen als Schlossherr von Dietramszell die Wirtschaft und Kultur im Zeller Winkel im 19. und 20 Jahrhundert stark beeinflusste. Die Hofmark zerfiel in kleine selbständige Gemeinden, die sich 1972 zu einer Großgemeinde zusammenschlossen. Heute ist der Klosterort Sitz der Großgemeinde Dietramszell und das Kernstück einer reizvollen geschichtsträchtigen Landschaft.

Betreten wir nun die ehemalige Stiftskirche
Der Blick des Besuchers wird sofort gefangen vom Hochaltar mit seinem farbenprächtigen Bild von der Aufnahme Mariens in den Himmel. Vor den erstaunten Augen der Jünger tragen Engel leibhaftig Maria himmelwärts, wo eine Schar von Engeln sie zur Dreifaltigkeit emporgeleitet. Die Bischofsfiguren St. Martin links und der Diözesanpatron St. Korbinian flankieren das Altarbild.

Rechts befindet sich der Rosenkranzaltar. Auf Wolken thront Maria mit dem segnenden Kind, umrahmt von kleinen gemalten Medaillons mit den 15 Rosenkranzgeheimnissen. Gegenüber des Rosenkranzaltars zeigt uns der Kreuzaltar das unermessliche Leiden Mariens, als ihr Sohn am Kreuze stirbt.

Die Botschaft dieser Kirche sagt dem Gläubigen:
„Auch unser Weg führt im Leben durch Freud und Leid in die Herrlichkeit Gottes, so wie Maria uns diesen Weg vorangegangen ist.“

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Außenansicht Kloster mit Kirche                          (Alle Fotos: Barbara Regul)
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Innenansicht Pfarrkirche Marienaltar
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